Knappe Niederlage im Lokalderby gegen den AC Lichtenfels

Am vergangenen Samstag mussten sich die Bindlacher Ringer vor einer tollen Kulisse in Lichtenfels knapp mit 14:12 geschlagen geben und landen somit zwischenzeitlich auf dem 5. Tabellenplatz in einer ausgeglichenen bayerischen Oberliga. In einem dramatischen Kampfverlauf präsentierten beide Mannschaften hochklassigen und spannenden Ringkampfsport. Laut ASC-Trainer Matthias Fornoff lief „fast alles nach Plan und ein Sieg hätte am Ende eigentlich auf das Bindlacher Konto erscheinen müssen“.

Zunächst hatte der junge ASC-Ringer Nikolas Geldner (57kg, Fr.) nur die Aufgabe eine 4-Punkte-Niederlage zu verhindern. Der junge Sportler zeigte großen Kampfgeist und ging mutig sogar in eine 2-Punkte-Führung. Sein Gegner, Mario Petrov, jedoch ließ sich nicht beeindrucken und zermürbte den jungen Bindlacher bis zu einem technisch überlegenen Sieg-4 wichtige Punkte für den AC Lichtenfels. Trainer Fornoff war dennoch zufrieden: „Nikolas fehlt es einfach noch an Wettkampferfahrung und somit dem Umsetzen von taktischen Vorgaben. Kämpferisch bin ich jedoch mit der Leistung sehr zufrieden“. Im Schwergewichts-Duell hatte der Bindlacher André Schmidt mit einem Top-Athleten aus Bulgarien, Nikolay Dobrev, einen sehr starken Gegner. Schmidt, der eigentlich im freien Stil seine Stärken hat, verlangte obwohl stilartfremd dem Bulgaren alles ab und konnte eine hohe Punktniederlage verhindern. Am Ende stand eine 5:0-Niederlage des Bindlachers und 2 Mannschaftspunkte folgten für Lichtenfels. In der 61kg-Klasse begann für Bindlach zunächst die Aufholjagd: zum ersten Mal in der laufenden Saison wurde der seit 3 Jahren für Bindlach ringt, Pedro Mejias eingesetzt. Der Lichtenfelser Nachwuchs-Athlet Casyen Irmler hatte hier keine Chance und Mejias konnte bereits nach wenigen Sekunden einen Schultersieg erreichen- Zwischenstand 6:4 für die Gastgeber. Einer der wichtigsten Schlüsselkämpfe war der Halbschwergewichtskampf im freien Stil: Christoph Meixner, ein Eigengewächs aus Lichtenfels, und ASC’ler Vlad Boeriu waren auf einer Augenhöhe und zeigten eine technikreiche Begegnung. Bis kurz vor dem Schlussgong führte Meixner knapp mit 6:4, als Boeriu nochmal einen Angriff startete und mit 2 Punkten belohnt wurde. Der 6:6-Sieg für den Bindlacher bedeutete einen wichtigen Mannschaftspunkt für den ASC - besonders zur Freude seines Trainers, der hier eine knappe Niederlage eingeplant hatte. In der 66kg-Klasse (Fr.) hatte der Bindlacher Punktegarant Bastian Hoffmann eine klare Aufgabe: Punkte und zwar so viele wie möglich. Auf der Matte ließ der Bindlacher seinem Gegner Dominik Sohn keine Chance und beendete den Kampf vorzeitig mit Technischer Überlegenheit. Somit stand es zur Halbzeitpause sogar 6:9 für die Bindlacher Gäste.

Nach der Pause war ASC-Eigengewächs Patrick Adler wieder einmal für eine Überraschung gut: stilartfremd im griechisch-römischen Stil kämpfte Adler gegen den Europameister und aktuellen Deutschen Meister Hannes Wagner. Den Auftrag einer knappen Punktniederlage erfüllte der Bindlacher mit Bravour und beschäftigte Wagner die gesamte Kampfzeit. Ausgleich für Lichtenfels zum Zwischenstand von 9:9. Der zweite der Adler-Brüder, Kevin Adler (71kg, gr.-röm.), hatte mit dem Polen Venelin Venkov ebenfalls eine große Aufgabe. Seinen Auftrag eines knappen Kampfverlaufs erfüllte der Bindlacher gekonnt und musste lediglich zwei Mannschaftspunkte abgeben. Leider musste sich Sascha Büchner in seinem Schlüsselkampf (80kg, Fr.) knapp dem Lichtenfelser Andrzej Sokalski geschlagen geben. In diesem spannenden Duell wäre durchaus auch Sieg des Bindlachers möglich gewesen. Leider gingen zwei äußerst wichtige Mannschaftspunkte nach Lichtenfels, die ihre Führung somit auf 13:9 ausbauen konnten.In den letzten Kämpfen des Abends lag es in den 75kg-Duellen im freien Stil und klassischen Stil an den Bindlacher Ringern Marcel Fornoff und Philipp Adler zu punkten und ihre Mannschaft in Front zu bringen. Fornoff hatte von seinem Trainer die Aufgabe die höchste Wertung von vier Mannschaftspunkten nach Hause zu bringen. Fornoff tat sich jedoch gegen den passiv eingestellten Lichtenfelser Johannes Lurz schwer und bedrängte seinen Gegner zu wenig, so dass am Ende ein technischer Punkt zum gewünschten Ergebnis fehlte. Trainer Matthias Fornoff meinte, dass Marcel am Ende die nötige Konsequenz gefehlt habe und er mehr über seine brandgefährlichen Beinangriffe arbeiten müsse. Nun hing alles am dritten Adler-Bruder, Philipp Adler, den Mannschaftskampf bei einem Gesamtzwischenstand von 13:12 doch noch zu drehen. Eigentlich war sich sein Trainer sicher, dass es Adler gelingen würde die notwendige Wertung von 2 Mannschaftspunkten erzielen zu können. Adler tat sich jedoch mit seinem physisch starken Kontrahenten, Achim Thumshirn, sichtlich schwer. Im gesamten Kampf fiel kein technischer Punkt, wodurch der Kampf durch Passivitätsverwarnungen vom Kampfrichter entschieden werden musste. Am Ende sah dieser in einem ausgeglichen Duell den Lichtenfelser Thumshirn aktiver, wodurch ein weiterer Punkt auf das Lichtenfelser Konto gebucht wurde zum Endstand von 14:12.

 

„Ich bin trotz der Niederlage insgesamt zufrieden“, konstatierte Trainer Matthias Fornoff nach dem Kampf. „In nächster Zeit werde ich mit meinen Sportlern vor allem an dem Umsetzen von taktischen Vorgaben arbeiten. Dies ist bei knappen Kämpfen sehr wichtig, wie man in diesem Kampf gesehen hat.“ Man kann sich wohl schon jetzt auf den Rückkampf der beiden Teams in Bindlach freuen, wenn so manches Duell neu gemischt werden kann.