ASC Bindlach verliert Kellerduell vor heimischem Publikum

Der Doppelkampftag der Bindlacher Bären hätte bitterer nicht sein können. Beide Mannschaften des ASC Bindlach mussten sich am Samstagabend den Gästen aus Nürnberg geschlagen geben.


Mit 9:14 Punkten verlor die erste Mannschaft des ASC Bindlach im Frankenderby gegen die Gäste vom SV Johannis 07 Nürnberg. Eine bittere Enttäuschung nicht nur für Chef-Trainer Matthias Fornoff ebenso für die Ringer, die sich mit 100 prozentigem Kampfgeist am Samstagabend auf die Matte stellten – mit dem Ziel das Kellerduell für sich zu entscheiden. Doch dies sollte ihnen nicht gelingen. Dem Bindlacher Publikum wurden spannende und größtenteils äußerst knappe Kämpfe geboten. Bis zur Halbzeit lagen die Bindlacher Bären sogar in Führung, ehe sich das Blatt wenden sollte und die Nürnberger eine Aufholjagd starteten.

Im ersten Duell des Abends (57 Kg, Gr.-röm.) standen sich Sandro Frankol und das Nürnberger Nachwuchstalent Marcel Sandeck gegenüber. Frankol konnte mit Hilfe blitzschneller Angriffe seinen Gegner in die Bodenlage zwingen und aufgrund einiger Durchdreher mit einem 3 Punkte Vorsprung in die Halbzeitpause gehen. In der zweiten Kampfhälfte wachte der Nürnberger auf und setzte sich den Angriffen Frankols zu wehr. Der Kampf endete dennoch mit 8:4 Punkten für den Bindlacher Neuzugang, was den Bären die ersten 2 Punkte des Abends sicherte.

Im darauffolgenden Kampf lieferten sich die zwei Schwergewichtler (130 Kg, Freistil) Jeremiah Scott und Felix Polianidis einen durch Passivitätsverwarnungen geprägten Kampf, den Polianidis wie schon im Hin-Kampf mit einer Mannschaftswertung von 0:2 Punkten letztlich für sich entscheiden konnte. Ganz im Gegensatz zu dem, technisch gesehen, eher unspektakulären Kampf der beiden Schwergewichtler lieferten sich in der Gewichtklasse bis 61 Kg im freien Stil der Bindlacher Neuzugang Pedro Jesus Mejias Rodriguez und der international erfolgreiche Bulgare Stoyan Iliev ein heißes Duell. In diesem Battle konterte IIiev immer wieder die zahlreichen spektakulären Beinangriffe des Venezuelaners, wodurch regelmäßig Punkte an den Nürnberger abgegeben wurden. Der Kampf endete mit 1:10 Punkten für den Bulgaren. Somit gingen die ersten Zähler auf das Konto der Gäste aus Nürnberg.

Bindlachs Neuzugang Romas Fridrikas musste in der 98 Kg-Klasse, wie auch schon im Hin-Kampf, gegen den Nürnberger Philipp Vanek auf die Matte. Die geplante Revanche, nach einer knappen Niederlage in Nürnberg, sollte Fridrikas zu Überraschung der Gäste an diesem Abend glücken. Fridrikas schaffte es seinen Gegner mehrmals passiv zu stellen und erkämpfte selbst 9 technische Punkte. Abschluss des Kampfes war ein spektakulärer 5-Punkte-Wurf des Bindlachers, was seiner Mannschaft letzlich 3:0 Mannschaftspunkte einbrachte.

Im letzten Kampf vor der Pause konnte das Bindlacher Eigengewächs Erik Kamm (66 Kg, Gr.-röm.) die nächsten 2:0 Zähler für Bindlach gewinnen. Er stellte seinen Gegner mehrmals passiv und konnte im darauffolgenden Bodenkampf seine Klasse mit explosiven Durchdrehern und Aushebern unter Beweis stellen. Er sicherte sich somit in einem kräftezehrenden Kampf sechs technische Punkte und gewann souverän mit 6:2

In der 86 Kg-Klasse (Freistil) traf der Bindlacher Gheorghe Bodisteanu auf den Bulgarischen Meister Milan Blagoev. Die vielen Beinangriffe des Bindlacher Bodisteanu konnte Blagoev geschickt kontern und sicherte sich somit selbst einige Punkte. Der Kampf endete mit 0:7 Punkten für den Nürnberger. Zwei Mannschaftspunkte gingen an die Gäste des SV 07.

Im nächsten Duell in der Gewichtsklasse bis 66 Kg (Freistil), welches von beiden Ringern sehr hart geführt wurde, standen sich das bindlacher Eigengewächs Kevin Adler und Tim Stadelmann gegenüber. In diesem, zugegebenermaßen schwer zu leitenden Kampf, wurde Kevin Adler disqualifiziert. Diese höchst umstrittene Entscheidung des Schiedsrichters beendete den Kampf vorzeitig und bescherte den Nürnbergern 4 Mannschaftspunkte.

In der 86 Kg-Klasse trat der ASC´ler Niklas Kamm im griechisch-römischen Stil gegen den starken Nürnberger Routinier Matthias Baumeister an. In der ersten Kampfrunde lieferten sich die beiden in einem Zwiegriff-Duell einen ausgeglichenen Standkampf. Lediglich in der zahlreich angeordneten Bodenlage, konnten die Ringer durch Techniken wie dem Ausheber oder Durchdreher technische Punkte erzielen. Das spannende Duell endete mit 2:7 Punkten für Baumeister. Der Kampf sicherte den Nürnbergern zwei weitere Mannschaftspunkte.

Im vorletzten Kampf zeigte das Bindlacher Eigengewächs Philipp Adler (75 Kg, gr.-röm.) gegen den mehrfachen Deutschen Meister Michael Lutz seinen beeindruckenden Kampfeswillen. In einem starken Standkampf stellte sich Lutz als der aktivere Ringer dar, weshalb der Bindlacher in der ersten Kampfrunde einige Passivitätsermahnungen einstecken musste. Mit neuem Elan stellte Adler sich in der zweiten Runde Lutz und konnte technische Punkte erzielen. Dennoch musste sich der Bindlacher in den letzten Sekunden geschlagen geben und verlor den Kampf mit 2:4 Punkten, was den Gästen lediglich 1 weiteren Mannschaftspunkt einbrachte.

Marcel Fornoff (74 Kg, Freistil) ging im letzten Kampf des Abends gegen den starken und international erfolgreichen Andreas Walther auf die Matte. Fornoff begeisterte die Fans und besiegte das Nürnberger Talent mit 4:0 Punkten, eine klasse Leistung. Der Kampf brachte die letzten zwei Mannschaftspunkte des Abends auf das Konto der Bindlacher Bären.

Der Kampf im Kellerduell der beiden fränkischen Vereine endete mit 9:14 Punkten für die Gäste des SV Johannis 07 Nürnberg. Somit ging der ASC Bindlach erneut sieglos aus der Halle. Die Enttäuschung bei den Ringern war groß, denn das Ziel gegen den Tabellenvorletzten aus Mittelfranken zu gewinnen verfehlten sie. Die Bindlacher Bären müssen sich wohl langsam mit dem Gedanken des Abschieds aus der zweiten Bundesliga anfreunden.


In der Landesliga Nord traf die Reserve des ASC Bindlach am Samstagabend ebenso auf einen mittelfränkischen Gast – den SC 04 Nürnberg. Nachdem die Bindlacher den Hinkampf mit nur einem Punkt für sich entscheiden konnten, war klar dass ein spannendes und knappes Duell erwartet werden konnte. Mit 17:20 Punkten mussten sich die Bindlacher dieses Mal geschlagen geben. Vor heimischem Publikum erkämpften Janik Rausch, Tim und Christof Ramming, Konstantin Iwastschenko und David Adler Punkte für die zweite Mannschaft des ASC Bindlach.