Bindlacher Ringer bleiben beim Saisonauftakt gegen Freiburg weit hinter den eigenen Erwartungen zurück

ASC Bindlach I - RKG Freiburg 2000

7:17

2. Bundesliga Süd

Die angestrebte Revanche des ASC Bindlach im Auftaktkampf gegen die RKG Freiburg 2000 in der 2. Bundesliga Süd ist am vergangenen Samstag missglückt. Vor heimischen Publikum mussten sich die Bindlacher klar mit 7:17 geschlagen geben. Trotz Umstellungen in der Mannschaft und vielen Neuzugängen konnte der ASC den Freiburgern nicht gefährlich werden. Zum Punktgewinn kamen auf Bindlacher Seite Kevin Adler, Marcel Fornoff, sowie die Neuzugänge Romas Fridrikas und Gheorghe Bodisteanu.

 

ASC-Cheftrainer und Vereinspräsident Matthias Fornoff ist enttäuscht: „ Wir haben viel mehr von unserer Mannschaft erwartet. Besonders enttäuschend war die Leistung unseres Neuzugangs im Schwergewicht, Romas Fridrikas. Gegen einen solchen Gegner wie Burla erwarten wir mehr Kampfgeist und einen höheren Punktgewinn. Aber auch Jeremiah Scott darf mit seiner Erfahrung nicht auf eine billige Beinschraube reinfallen und vier Mannschaftspunkte verschenken!“


Im Limit bis 57 kg trat der ASC’ler Janik Rausch gegen den Neuzugang der Freiburger Radostin Shindov an. Rausch konnte dem Bulgaren nur wenig entgegensetzten, wirkte nach dem Gewichtabkochen aber auch kraftlos und erschöpft. Immer wieder gab der Bindlacher nach eigenen Angriffsversuchen die Punkte an Freiburg ab. Letztlich musste sich Rausch mit 1:13 seinem Gegner geschlagen geben, was drei Mannschaftspunkte für die Freiburger bedeutete.


Im folgenden Schwergewichtsduell waren die Erwartungen der Bindlacher hoch: Neuzugang und 3. Europameister und Weltmeister der Junioren 2013, Romas Fridrikas, traf auf den in Bindlach schon bekannten RKG’ler Pavel Burla. Noch in der ersten Kampfrunde konnte Fridrikas einen Wurfversuch Burlas abfangen und einen sauberen Durchdreher anbringen. Mit der Vierpunkte-Führung schien Fridrikas zufrieden und nahm die Spannung aus dem Kampf. Hierdurch kam Burla besser zum Zug und holte zum Endstand von 4:3-Punkten auf, wodurch lediglich ein Mannschaftspunkt für die Bindlacher blieb.


Auch Bindlachs zweiter Neuzugang Sandro Frankol blieb hinter den Erwartungen zurück. Im Limit bis 61 kg traf er auf den Freiburger Felix Losmann. Nach einem guten Start Frankols, wurde Losmann immer wieder wegen Passivität ermahnt. Im Boden konnte Frankol dann mit einem Durchdreher punkten und baute eine Führung von 3:0-Punkten auf. Auch im weiteren Kampfverlauf war Frankol der klar dominantere Kämpfer. Bei einem Ausheber des Bindlachers in der letzten Kampfminute wurde die offensichtliche Beinarbeit Losmanns nicht geahndet und Frankol landete selbst in der gefährlichen Lage. Trotz verzweifelter Brückenarbeit konnte Frankol eine Schulterniederlage zehn Sekunden vor Ablauf der Kampfzeit nicht mehr abwenden. Somit gingen vier Punkte auf das Konto der Gäste.


Lokalmatador und erfahrenster Athlet in Bindlachs Reihen, Jeremiah Scott, traf im Halbschwergewichtskampf auf den Breisgauer Viktor Reh. In dem kurzen Kampf gab Scott noch in der ersten Kampfrunde 15 Punkte zur technischen Überlegenheit Rehs ab. Gleich zu Beginn war Scott unaufmerksam: nach einem „Take-Down“ ließ er Reh in aller Ruhe zu einer einwandfreien Beinschraube fassen. Gefangen in dem effektiven Bodengriff musste sich Scott sechsmal drehen lassen und gab Punkt um Punkt ab. Das bedeutete weitere vier Mannschaftspunkte für die Breisgauer.


Im ersten Leichtgewichtsduell (66 kg) im freien Stil blieb auch dem jugendlichen Neuzugang Kai Burkon kein Punktgewinn. Burkon konnte gegen den erfahrenen RKG-Kämpfer Simon Ketterer zwar mit einer guten kämpferischen Leistung überzeugen, musste sich aber letztlich mit 0:10-Punkten klar geschlagen geben. Mit diesen weiteren drei Punkten für die Freiburger lag der ASC zur Pause abgeschlagen bei einem Stand von 1:14 zurück und jegliche Hoffnungen auf einen Sieg waren bereits verflogen.


Nach der Pause ging es mit dem Mittelgewichtsduell im klassischen Stil weiter: ASC-Eigengewächs David Adler traf hier auf den RKG’ler Alexander Heit. In dem ausgeglichenen Duell lagen beide Athleten auf einer Augenhöhe. Nach Passivitätsverwarnungen musste zunächst Adler in die angeordnete Bodenlage und konnte eine Rolle Heits nicht abwehren. Selbst konnte Adler später im Boden jedoch keine Wertung erzielen und musste sich letztlich knapp mit 0:2 geschlagen geben.


Sein Bruder und Nachwuchstalent des ASC Kevin Adler trat im Leichtgewichtslimit im klassischen Stil an. Gegen den RKG’ler Pascal Funk konnte Adler auf ganzer Linie überzeugen. Mit einem „Take-Down“ und einem wuchtigen Ausheber zeigte Adler noch in der ersten Kampfminute, dass er der bessere Ringer auf der Matte ist. Auch im weiteren Kampf ließ Adler nicht locker und war stets der aktivere Ringer, sodass er bis zu einem Stand von 9:0 punkten konnte. Es folgten drei Mannschaftspunkte auf das Bindlacher Konto.


Der vierte Neuzugang des Abends und 3. Europameister von 2014, Gheorghe Bodisteanu, hatte mit dem RKG-Ringer und DRB-Kaderathleten Lukas Schöffler einen schweren Einstand. Nach einem ersten Abtasten beider Athleten konnte Bodisteanu einen blitzschnellen Achselwurf anbringen und im weiteren Auskämpfen mit einem wuchtigen Hüftwurf weiter punkten. Mit einer Führung von 8:0 nahm Bodisteanu etwas den Druck aus der Begegnung, wodurch Schöffler besser zum Zug kam. Mit schnellen, tiefen Beinangriffen holte Schöffler zu einem Endpunktestand von 8:6 auf. Deswegen blieb dem ASC nur ein Mannschaftspunkt. An der taktischen Einstellung der Neuzugänge wird ASC-Trainer Fornoff wohl noch arbeiten müssen.


In den letzten beiden Begegnungen im Weltergewichtslimit, holte zunächst ASC-Punktegarant Marcel Fornoff einen sicheren Sieg über den RKG’ler Stefan Käppeler. Der Freiburger hatte gegen Fornoff nur den Auftrag wenig Punkte abzugeben und möglichst knapp zu ringen. Fornoff hatte dann auch mit der passiven Ringweise Käppelers Probleme und konnte keinen hohen Sieg holen. Mit 6:2-Punkten sicherte Fornoff dem ASC zwei weitere Zähler. ASC’ler Philipp Adler hatte im klassischen Stil in der gleichen Gewichtsklasse mit Rainhold Kratz erwartungsgemäß einen schweren Gegner. Trotz starker kämpferischer Leistung gelang es Adler nicht Kratz zu kontrollieren und musste sich letztlich mit 0:5 geschlagen geben. Dies bedeutete weitere zwei Punkte für die Breisgauer zu einem Endstand von 7:17 Mannschaftspunkten.


hg