Knappe Heimniederlage trotz spannender Kämpfe gegen die RKG Freiburg 2000 mit 13:15

75 kg fr. Marcel Fornoff gegen Stafen Käppeler
75 kg fr. Marcel Fornoff gegen Stafen Käppeler

ASC Bindlach - RKG Freiburg 2000

13:15

2. Bundesliga Süd

ASC Bindlach II - TSV Burgebrach II 28:12

Landesliga Nord

Hauchdünn musste sich der ASC Bindlach mit 13:15-Mannschaftspunkten in der heimischen Bärenhalle der RKG Freiburg in der 2. Bundesliga Süd beugen. Obwohl die Bindlacher fünf Einzelsiege einfahren konnten, reichte es am Ende nicht zum Punktgewinn in der Tabelle und es kam nahezu zur Wiederholung des Hinrunden-Ergebnisses. Mit einer starken Mannschaftsaufstellung konnten die Verantwortlichen der RKG Freiburg zwei Punkte in die Tabelle mitnehmen und sind jetzt mit dem TSV Westendorf, dem SC Anger und dem ASV Urloffen punktgleich auf dem fünften Rang. Nachdem die WKG Weitenau-Wieslet gegen den TSV Westendorf am Samstag ebenfalls verloren hat, verbleibt der ASC auch nach dem zwölften Kampftag auf dem siebten Rang in der Tabelle – einen Platz vor dem Abstiegsrang.


Der Freiburger Trainer Hans Kretschmann brachte trotz großer finanzieller Probleme seines Vereins (laut eines Berichts der Badischen Zeitung, 26.11.14) alle drei ausländischen Legionäre, Bislan Israpilov, Hevazali Ahmadi und Pavel Burla, mit nach Bindlach. Eine Niederlage wollten sich die Freiburger, die dringend weitere Sponsoren suchen, um auch in den nächsten Jahren weiter auf Bundesliga-Niveau zu ringen, gegen den Tabellenvorletzten ASC nicht leisten.


ASC-Trainer Matthias Fornoff sieht den Kampf kritisch: „Ich ärgere mich richtig. In dem Kampf gegen Freiburg war mehr drin! Bei mir in der Mannschaft hat an diesem Abend einfach nicht alles gepasst – Kevin Adler hätte das Gewicht disziplinierter abkochen müssen und darf nicht schon von vornerein vier Punkte verschenken. Alle anderen haben gut gekämpft, der letzte Kick hat aber zu oft gefehlt. Die Jungs hätten ein bisschen mehr aus sich rausgehen müssen! Deswegen haben wir diesen Kampf knapp verloren! Aber ich denke, wir haben hier in Bindlach tollen Ringkampf geboten und einen spannenden Kampfabend verbracht!“ 


Zum Auftakt musste Janik Rausch gegen den Freiburger Bislan Israpilov antreten. Solange Rausch seinen Stil gerungen hat, konnte er den Freiburger gut kontrollieren und bis zur Pause stand es 0:0. In der aufgrund von Passivität Israpilovs angeordneten Bodenlage, konnte Rausch einen guten Ausheber anbringen – den Punktgewinn verhinderte der Freiburger jedoch mit geschickter Beinarbeit, die dem Kampfrichter leider entgangen ist. Nach einem Angriffsversuch des Bindlachers konnte Israpilov die Hektik der Situation zur eigenen Wertung und zur Führung nutzen. Rausch verlor, nachdem er im Rückstand lag, immer mehr seine Linie. Letztlich ging der Kampf mit 8:0 an den Freiburger und somit gingen die ersten drei Mannschaftspunkte auf das Konto der Freiburger.


Im Schwergewichtskampf zeigte Jeremiah Scott gegen den RKG-Ringer Igor Maier eine gute Leistung. Immer wieder sprang der Bindlacher Routinier zu Doppelbeinangriffen und zum Punktgewinn. Leider gelang es Scott nicht aus den Angriffen hohe Wertungen zu erzielen, wodurch der Kampf trotz vieler technischer Aktionen nur mit 6:3-Wertungspunkten an den Bindlacher ging. Dieses Ergebnis bedeutete zwei Manschaftspunkte für den ASC.


ASC-Ringer Kevin Adler hatte, laut Trainer Fornoff, sein Gewicht nicht diszipliniert genug reduziert, weshalb am Ende auf der Waage 700 Gramm zu viel drauf waren. Das Übergewicht Adlers führte zu einem vorzeitigen Punktgewinn der maximal erreichbaren vier Punkte für die RKG Freiburg. Auf der Matte zeigte Adler dann gegen den Freiburger Hevazali Ahmadi eine gute kämpferische Leistung, musste aber eine 1:4-Niederlage hinnehmen.


Einen sensationellen Kampf bekamen die Zuschauer in der Halbschwergewichtskategorie geboten. Trainer Fornoff stellte sein Team um und Roland Schwarz ist statt Niklas Kamm aus dem Mittelgewicht gestiegen. Schwarz konnte gleich in den ersten Kampfsekunden den RKG’ler Pavel Burla mit einem schnellen und wirkungsvollen Arm-Dreh-Schwung überraschen und mit vier Punkten in Führung gehen. Der deutlich schwerere Burla, knapp 16 kg Differenz zwischen Schwarz und Burla, war nun gewarnt und konnte seinen Gewichts- und Kraftvorteil besser zum Einsatz bringen. Schwarz hielt mit allen Mitteln dagegen und versuchte immer wieder mit technischen Aktionen zu punkten. Dennoch konnte Burla mit einer ruhigen und konzentrierten Ringweise den Kampf dominieren und Punkt um Punkt aufholen bis zum Endstand von 5:6 – ein Mannschaftspunkt folgte für die Freiburger.


Im letzten Kampf vor der Halbzeitpause trafen, wie schon im Hinrunden-Duell, Erik Kamm und Pascal Funk aufeinander. Der offensichtlich verletzte Funk ließ sich mit der ersten Aktion vom Bindlacher schultern – vier Punkte für den ASC zum Pausenstand von 6:8-Mannschaftspunkten.


Im Freistil-Mittelgewichtskampf war der Bindlacher Vlad Boeriu seinem Gegner und DRB-Kaderathleten Lukas Schöffler klar unterlegen. Immer wieder gelang es dem Freiburger mit Beinangriffen zu punkten - Da halfen auch die Konter-Versuche Boerius nicht. Kurz vor Ablauf der regulären Kampfzeit war dann Schluss und der Bindlacher musste die technische Überlegenheit seines Gegners anerkennen. Mit weiteren vier Mannschaftspunkten konnten die Freiburger ihre Führung ausbauen.


ASC-Ringer Bastian Hoffmann konnte im Freistil-Leichtgewicht gegen Simon Ketterer für den ASC punkten und den Abstand verkürzen. Durch ständige Bewegung kontrollierte der Bindlacher den Kampf und vermochte mit schnellen Beinangriffen wieder Wertungen zu erzielen. Letztlich konnte Hoffmann mit 10:0 gewinnen und verbuchte drei Punkte für den ASC.


ASC-Ringer Niklas Kamm ist im klassischen Mittelgewicht angetreten und hat wie schon im Vorrunden-Duell gegen Alexander Heit gerungen. Auch in der Neu-Auflage des Kampfes vermochte Kamm seinen Gegner die meiste Zeit zu kontrollieren. Mit einem schnellen „Take-Down“ und einem Durchdreher konnte der Bindlacher mit 4:0 in Führung gehen. Im weiteren Kampfverlauf traute sich Kamm aber in einigen Situationen nicht genug zu und ging lieber den Weg zum sicheren Sieg anstatt in die Aktionen reinzugehen. Letztlich ging der Kampf mit 7:2 an den Bindlacher und es folgten zwei Mannschaftspunkte für den ASC zum Stand von 11:12.


Im vorletzten Kampf des Abends traf ASC-Eigengewächs David Adler im klassischen Weltergewicht auf RKG-Kämpfer Rainhold Kratz. Der stabile und bundesliga-erfahrene Kratz konnte die Fassarten des Bindlachers übernehmen und für sich selbst nutzen. Mit einem technisch sauberen Armzug konnte der Freiburger in Führung gehen. Auch im zweiten Durchgang fand Adler keine Mittel gegen Kratz und konnte Passivitätsverwarnungen nicht mehr verhindern. In der angeordneten Bodenlage konnte der Freiburger dann noch zum 0:8 punkten und somit 3 Mannschaftspunkte für die Gäste sichern zum Stand von 11:15.


Nur mit der maximalen Ausbeute von vier Punkten wäre es im letzten Kampf theoretisch möglich gewesen noch ein Unentschieden zu erreichen. Der Bindlacher Punktegarant Marcel Fornoff ging auch dementsprechend motiviert und engagiert in den Kampf gegen Stefan Käppeler. Der Freiburger wollte natürlich nur eine hohe Niederlage verhindern und neutralisierte die Angriffe Fornoffs immer wieder. Der Bindlacher konnte durch die höchst passive, aber geschickte Ringweise des RKG-Kämpfers nicht genug ausrichten und gewann letztlich mit 7:0. Somit gingen 2 Mannschaftspunkte an Bindlach zum Endstand von 13:15.

 

In der Landesliga Nord konnte die zweite Staffel des ASC Bindlach den dritten Saisonsieg feiern. Gegen Tabellenschlusslicht TSV Burgebrach konnten die Bindlacher einen hochverdienten und deutlichen 28:12-Sieg einfahren. Durch den Erfolg über die Burgebracher haben die Bindlacher den Abstiegskampf erfolgreich beendet und sind auf den 6. Tabellenrang noch vor den TSV Weißenburg gerutscht. Die Jugendringer Paul Diettrich und Nico Sendelbeck, sowie die ASC-Kämpfer Christof Ramming, Konstantin Iwastschenko, Philipp und Patrick Adler, und Nico Ganzleben konnten ihre Gegner klar dominieren und sicherten alle in ihren jeweiligen Kämpfe die Maximal-Punktzahl. Lediglich die ASC-Nachwuchsringer Michael Reichel und Tim Ramming mussten Niederlagen hinnehmen.