Spannender Heimkampf gegen den TSV Westendorf beschert nicht die erhofften Punkte

ASC Bindlach - TSV Westendorf

12:20

2. Bundesliga Süd

ASC Bindlach II - RSC Rehau 19:19

Landesliga Nord

Vlad-Bogdan Boeriu gegen Steve Masuch 86 kg freier Stil
Vlad-Bogdan Boeriu gegen Steve Masuch 86 kg freier Stil

Am vergangenen Samstag ist der ASC Bindlach mit dem Kampf gegen den TSV Westendorf in die Rückrunde der 2. Bundesliga Süd gestartet. Nachdem die Allgäuer mit ihrer stärksten Formation angereist sind, mussten die Ringer-Staffel rund um Trainer Matthias Fornoff wieder eine deutliche 12:20-Niederlage hinnehmen. Dennoch war in der Bindlacher Bärenhalle tolle Stimmung bei spannenden Kämpfen auf hohem Niveau. Große Unzufriedenheit mit dem Kampfrichter Mustafa Durak im Zusammenspiel mit der brodelnden Stimmung in der Halle führte zu einer gelben Karte für ASC-Trainer Matthias Fornoff und zu Gelb-Rot für Trainerin Helen Grüninger. Der momentan punktgleich mit dem SVJ Nürnberg und dem SVW Burghausen auf dem dritten Rang platzierte TSV Westendorf konnte seiner Favoritenrolle gerecht werden.


Trainer Fornoff fasst den Kampfabend zusammen: „Westendorf ist mit einer starken Mannschaft gekommen, vor allem weil auch Adam Varga Gewicht gemacht hat und das erste Mal auswärts gerungen hat! Es waren gute und spannende Kämpfe von den Ringern beider Mannschaften, aber Westendorf war einfach zu stark für uns heute. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden – meiner Meinung nach ist das viel zu hoch ausgefallen, was aber durchaus auch dem Kampfrichter zuzuschreiben ist!“

Betreuerin Helen Grüninger sieht das ähnlich: „Die Jungs haben klasse Kämpfe gemacht und es war Bombenstimmung in der Halle – unsere Fans haben uns tatkräftig unterstützt! Ich bin aber sehr unzufrieden mit der Kampfrichterleistung von Mustafa Durak. Neben sehr fragwürdigen Wertungspunkten, kann es nicht sein, dass ein Kampfrichter Trainer und Betreuer daran hindert einen verletzten Ringer zu versorgen. In diesem Moment hat Durak gezeigt, dass er als Kampfrichter für diesen Sport ungeeignet ist!“


ASC-Präsident Detlef Ramming lobt die Leistung beider Mannschaften: „Der gestrige Abend war an Spannung kaum zu überbieten. Die Athleten beider Mannschaften (Bindlach und Westendorf) kämpften hart um jeden Punkt und das Publikum tobte. Auch unsere 2. Mannschaft war im Nachbarschaftsderby gegen Rehau der Wahnsinn und hat zu überzeugen gewusst!“

Mit der Aufstellung von Adam Varga, Philipp Heiß, Shenol Ahmed, Christopher Krämer und Maximilian Goßner konnten die Westendorfer auf fünf Punktegaranten der letzten Wochen bauen. Mit dieser Ausgangsposition waren die Ost-Allgäuer bereits nach der offiziellen Waage in der Favoritenrolle.


Zunächst sah es jedoch gut aus für den ASC: im Auftaktkampf konnte Janik Rausch einen schnellen Schultersieg über den jungen Markus Stechele feiern. Nachdem Rausch den Kampf von Beginn an dominierte, drückte der Bindlacher Stechele nach einer blitzsauberen Schleuder auf beide Schultern – vier Punkte für den ASC.

Auch im Schwergewichtsduell schien Routinier Jeremiah Scott, jetzt im präferierten freien Stil, klar im Vorteil gegen den deutlich leichteren Westendorfer Patrick Riedler. Riedler konnte Scott mit einer cleveren Ringweise jedoch gut im Griff behalten und den Punktgewinn Scotts oft verhindern. Mit zu wenig Angriffsversuchen des Bindlachers für einen hohen Sieg, reichte der 5:2-Punktsieg des Bindlachers nur für zwei Mannschaftspunkte.

In der 61 kg-Klasse trat für den ASC Christof Ramming an, dessen erster Sieg schon das Erfüllen des Gewichtslimits war. Dem „Gewicht-Abkochen“ musste Ramming jedoch Tribut zahlen – in seinem Kampf gegen Christopher Krämer, Vize-Europameister der Kadetten 2012, fehlte es an Schnelligkeit und Kraft bei dem Bindlacher. Noch in der ersten Kampfrunde musste Ramming die technische Überlegenheit des Westendorfers anerkennen.

ASC-Ringer Niklas Kamm ist aus dem Mittelgewicht ins Halbschwergewicht gestiegen, da die Stilarten in der Rückrunde umgestellt wurden. Hier hatte Kamm mit Adam Varga, momentan die Nummer Eins Ungarns! und WM-Teilnehmer, einen schweren Stand. Varga hatte trotz 15 kg Gewichtsvorteil enorme Probleme gegen Kamm im Stand zu punkten. Erst in der Bodenlage konnte der Ungar seinen Gewichtsvorteil nutzen und mit mehreren Durchdrehen in Führung gehen. In der zweiten Runde gab Kamm immer weiter Gas, der Kampfrichter sah den Bindlacher jedoch trotzdem nicht aktiv. Letztendlich musste Kamm drei Mannschaftspunkte abgeben. Trainer Fornoff attestierte ihm jedoch „einen saustarken Kampf“ und viel „Kampfgeist“.

Auch sein Bruder Erik Kamm zog im letzten Kampf vor der Pause gegen Maximilian Goßner den Kürzeren. In einem Kampf auf Augenhöhe, in dem sich beide Athleten nichts schenkten, konnte Goßner mit einer Rolle aus der angeordneten Bodenlage in Führung gehen. Zuvor hatte Kamm die Chance gehabt, in der Bodenlage zu punkten, konnte die Abwehr Goßners jedoch nicht überwinden. Im weiteren Verlauf gelang keinem der beiden Athleten mehr eine Wertung, wodurch Kamm mit 4:0 die Nachsicht hatte. Der Pausenstand lautete somit zur Pause 6:9 für den TSV.

Nach der Pause ging es mit dem Mittelgewichtsduell im freien Stil weiter. In einer Neu-Auflage des Hinrundenkampfes standen sich erneut Vlad-Bogdan Boeriu und Steve Masuch gegenüber. In der ersten Runde ging es knapp zur Sache: Boeriu ging mit einem Beinangriff in Führung, doch direkt darauf punktete Masuch zum Ausgleich. Zur Pause stand es noch 4:4. Im weiteren Verlauf gingen beide Ringer mit harten Bandagen zur Sache, wobei Kampfrichter Durak lediglich den Bindlacher mehrfach verwarnte. Nach vier Verwarnungen kam es letztlich zum Disqualifikationssieg Masuchs durch Entscheidungen des Kampfrichters. Vier Punkte gingen somit an die Gäste.

Nach langer Verletzungspause in die Bindlacher Mannschaft zurückgekehrt und herzlich von den heimischen Fans begrüßt, gab ASC-Vorzeigeathlet Bastian Hoffmann seinen Einstand in die diesjährige Saison. Mit dem Westendorfer Shenol Ahmed stand dem Bindlacher direkt der stärkste Athlet des Freistil-Leichtgewichts der Süd-Liga gegenüber. Hoffmann ging mit seiner gewohnten enorm motivierenden Ringweise zur Sache und setzte Ahmed mit dem ersten Anpfiff unter Druck. Dennoch scheint Hoffmann noch nicht wieder ganz fit zu sein, und musste Ahmed trotz enormen Kampfes immer wieder Punkte überlassen, wobei die Verantwortlichen des ASC einige Wertungen des Kampfrichters nicht verstehen konnten. Insgesamt musste sich der Bindlacher letztlich mit 10:1 geschlagen geben.

Im zweiten Mittelgewichtskampf traf ASC-Nachwuchstalent Roland Schwarz auf den Westendorfer Michael Heiß. Noch im Frühjahr auf der bayerischen Meisterschaft kontrollierte der Bindlacher Heiß im Finalkampf klar und wurde damit Bayerischer Meister. Am Samstag im Ligakampf kam Schwarz in der ersten Runde gut in den Kampf und konnte Heiß dominieren. Mit Wertungen in Stand und Boden gelang Schwarz eine 5:0-Führung. In der zweiten Runde machten sich bei Schwarz dann noch die Nachwirkungen einer Erkältung bemerkbar, und dem Bindlacher ging langsam die Puste aus. Dennoch gelang es ihm die Führung über die Zeit zu retten und zwei Mannschaftspunkte für die Bindlacher zu holen.

David Adler musste im klassischen Weltergewichtsduell gegen den Allgäuer Siegringer Philipp Heiß ran. Der Westendorfer der durch physische und technische Stärke überzeugen kann, dominierte Adler von Beginn an. Der Bindlacher fand einfach keine Mittel gegen die versierte Ringweise von Heiß, der immer wieder punktete. Letztlich musste Adler die technische Überlegenheit des Westendorfers anerkennen.

Im letzten Kampf des Abends sollte Siegringer Marcel Fornoff noch ein paar Ehrenpunkte für den ASC holen. Gegen Matthias Einsle zeigte Fornoff auch keine Schwächen und konnte mit Beinangriffen und einem wuchtigen Kopfzug klar in Führung gehen. Nach der Pause musste Einsle leider aufgeben, da sich der Westendorfer wohl bei dem Kopfzug an der Schulter verletzt hatte. Somit gingen noch vier Mannschaftspunkte auf das Bindlacher Konto zum Endstand von 12:20.


Die zweite Mannschaft des ASC Bindlach erzielte in der Landesliga Nord gegen den RSC Rehau ein Unentschieden mit 19:19. Der Tabellenfünfte Rehau ist mit einer guten Aufstellung angereist und Bindlacher Mannschaft bereits froh war mit den erforderlichen neun Mann über die Waage gehen zu können. Mit den Siegen von Sergej Lugovoy, Paul Diettrich, Philipp Adler, Nico Sendelbeck und Nico Ganzleben konnten die Bindlacher 19 Mannschaftspunkte erzielen. Michael Reichel, Tim Ramming, Konstantin Iwastschenko und Kenny Peetz fanden keine Mittel gegen ihre Gegner. Bei Nico Sendelbeck fehlte am Ende nach einem guten Kampf des Bindlachers nur ein einziger Punkt zum Überlegenheitssieg gegen Ales Palicka. Am Ende fehlte dieser eine Wertungspunkt bzw. eine Mannschaftspunkt zum Sieg der Bindlacher.