Deutliche Niederlage im Lokalderby gegen den SV Johannis Nürnberg mit 3:28

Nico Sendelbeck gegen Milan Blagoev - 86 kg freier Stil
Nico Sendelbeck gegen Milan Blagoev - 86 kg freier Stil

Bislang ungeschlagen ging der SV Johannis Nürnberg als klarer Favorit in das Derby. Der Traditionsverein aus Mittelfranken kann aus einem großen Pool an erfahrenen Spitzensportlern schöpfen und war bis 2012 mehrere Jahre erfolgreich in der 1. Bundesliga unterwegs. Müde vom Kampf am Vortag hieß es nun für die Bindlacher Truppe noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, um den ca. 100 Zuschauern trotz des Leistungsunterschieds spannende und unterhaltsame Kämpfe zu bieten. Nachdem alle Bindlacher pünktlich zur Waage um 14:15 Uhr ihr Gewichtslimit wieder erreichen konnten, war zumindest schon die erste Hürde gemeistert.


Gleich zu Beginn hatte Janik Rausch mit Marcel Sandeck ein junges Nachwuchstalent aus den Nürnberger Reihen als Gegner. Beide Athleten kennen sich bereits von Einsätzen bei Meisterschaften und Trainings-Lehrgängen.  Wohlwissend, dass der Bindlacher Rausch den griechisch-römischen Stil bevorzugte, nutzte der Freistilspezialist aus Nürnberg geschickt seine schnellen Beinattacken, um den ASC`ler immer wieder in die Bodenlage zu befördern. Sandeck sammelte somit ungefährdet Punkt um Punkt, so dass sich Rausch am Ende der technischen Überlegenheit seines Gegners nach 4:46 min beugen musste. Die ersten 4 Punkte wanderten auf das Konto der Gäste.

Im zweiten Kampf des Nachmittages demonstrierte Schwergewichtler Scott einen eindrucksvollen Kampf gegen den technisch starken Philipp Vanek. In dem taktisch geprägten Kampf konnte Scott durch seinen Einsatz und Siegeswillen die entscheidenden Punkte erringen und ging am Ende mit einem knappen Punktsieg verdient als Sieger von der Matte. Somit verkürzten die Gastgeber auf 1:4.

Da die Gewichtsklasse bis 61 kg auf Seiten des ASC wegen dem Ausfall von Höglmeier nicht besetzt werden kann, musste sich Christof Ramming mit Übergewicht in den Dienst seiner Mannschaft stellen. Obwohl die 4 Punkte bereits auf das Konto der Gäste aus Nürnberg wanderten, lieferten sich Ramming und der Bulgare Stoyan Iliev ein hartes Duell, in dem der Nürnberger mit 10:0 Punkten die Nase vorn behielt.

Im Halbschwergewicht hatte es Vlad-Bogdan Boeriu mit dem griechischen Urgestein Felix Polianidis zu tun. Der Nürnberger stand bereits seit vielen Jahren in der Deutschen Bundesliga für verschiedene Vereine auf der Matte und konnte dieses Jahr in Nürnberg unter Vertrag genommen werden. Boeriu ging beherzt zur Sache und kämpfte um jeden Punkt. Allerdings fand er gegen den dominanten und abgeklärten Griechen kein Mittel, um den Kampf zu seinen Gunsten zu entscheiden. Am Ende sicherte der Nürnberger den Gästen weitere 3 Punkte zum Zwischenstand von 1:11.

Den letzten Kampf vor der Pause bestritt Kevin Adler in der Gewichtsklasse bis 66 kg freier Stil gegen den Nürnberger Kaderringer Tim Stadelmann. Zu Beginn konnte Adler seinen Kontrahenten noch durch ein taktisch kluges Auftreten in Schach halten. Im weiteren Verlauf erkämpfte sich Stadelmann jedoch zunehmend die Oberhand und konnte sich mit gezielten Beinangriffen den Überlegenheitssieg gegen den Bindlacher nach 3:47 min sichern. Somit lautete der mehr als deutliche Pausenstand 1:15 für die Gäste aus Nürnberg.


Nach der Pause stellte sich das Bindlacher Nachwuchstalent Roland Schwarz seinem Trainingspartner aus Nürnberg Matthias Baumeister in der Klasse bis 86 kg griechisch-römisch. Baumeister kassierte bereits in der vergangenen Saison kaum eine Niederlage und ging somit als klarer Favorit in die Begegnung. Schwarz jedoch blieb unbeeindruckt und versuchte durch schnelle Angriffe die physische Überlegenheit seines Gegners auszugleichen. In der ersten Kampfhälfte lieferte er seinem Gegner ein hart umkämpftes Duell auf Augenhöhe. Nach der Pause allerdings erkämpfte sich Baumeister nach und nach die Kontrolle über das Geschehen und sicherte sich somit die erste Oberlage. Hier konnte Schwarz den wuchtigen Durchdrehern seines Gegners nichts entgegensetzen weshalb der Nürnberger mit 6:0 Punkten in Führung gehen konnte. Auch die letzten Angriffsversuche von Schwarz kurz vor Ende ließen den Nürnberg unbeeindruckt, so dass dieser letztendlich mit 10:2 Punkten als Sieger von der Matte ging. Bei einem Zwischenstand von 1:18 für die Gäste, stand der Sieger des Nachmittages bereits nach dem 6. Kampf fest.

In der Kategorie bis 66 kg griechisch-römisch hatte es Erik Kamm mit dem Deutschen Nationalmannschaftsringer Deniz Menekse zu tun. Erst letzte Woche vertrat Menekse noch seine Landesfarben bei den Weltmeisterschaften in Taschkent, Usbekistan. Trotzdem ging der Bindlacher konzentriert zu Werke und bot den Zuschauern ein ausgeglichenes Duell, das der Nürnberger mit einem knappen Punktsieg für sich entscheiden konnte.

Sein Debut in der 2. Bundesliga durfte am Samstag das Bindlacher Eigengewächs Nico Sendelbeck in der Klasse bis 86 kg Freistil feiern. Allerdings hatte er mit dem Nürnberg Siegringer aus Bulgarien Milan Blagoev eine unlösbare Aufgabe vor sich. Trotzdem zeigte der junge Bindlacher sein Kämpferherz und kämpfte mit dem Bulgaren um jeden Punkt. Der Überlegenheitssieg des Nürnbergers bescherte den Gästen weitere vier Punkte und erhöhte die Führung auf 1:24.

Im vorletzten Kampf konnte Marcel Fornoff in der 75 kg – Klasse nur noch Schönheitskorrektur am Ergebnis vornehmen. In seiner gewohnten ruhigen und konzentrierten Art knüpfte der amtierende Deutsche Meister dem Nürnberger Mario Besold einen Punkt nach dem anderen ab und verkürzte das Mannschaftsergebnis auf 3:24.

Den letzten Kampf des Sonntag Nachmittages bestritt der Bindlacher Neuzugang Sebastian Höglmeier in der Klasse bis 75 kg griechisch-römisch gegen den Nürnberger Lokalmatador Sven Dürrmeier. In den ersten Kampfminuten konnte der ASC`ler durch eigene Fassarten seinen Gegner in Zaum halten. Allerdings wendete sich das Blatt mit zunehmender Kampfdauer zugunsten des Gastes aus Nürnberg. Mit schönen Angriffen sicherte sich der Johanniser einen ungefährdeten Überlegenheitssieg gegen den überforderten Bindlacher. Endstand somit 3:28.


Trainer Fornoff nach dem Kampf: „Trotz des deutlichen Endergebnisses bin ich heute mit der Leistung meiner Jungs zufrieden. Der Kampfeinsatz, der am Samstag zu einem Sieg fehlte war heute zu 100% zu sehen. Man muss die Überlegenheit unserer Gegner heute anerkennen, da standen internationale Spitzenathleten auf der Matte. Allerdings ist es rückblickend schade, dass wir zum entscheidenden Kampf am Samstag in Weitenau-Wieslet nicht die Leistung von heute aufrufen konnten, das hätte wahrscheinlich den Sieg bedeutet. Das wichtigste in unserer Situation ist nun der Mannschaftszusammenhalt, um die schwere Zeit gut zu überstehen. Wir möchten unseren Zuschauern und Fans tolle Bundesliga-Kämpfe präsentieren, auch wenn die Gegner wie heute überlegen sind. Und das ist uns bis jetzt immer gelungen, da die Jungs immer an ihre Grenzen gehen.“


Der nächste Heimkampf findet am Freitag, den 03.10. um 12 Uhr in der Bindlacher Bärenhalle gegen den SV Wacker Burghausen statt. Die Gäste haben bis letztes Jahr noch an der Deutschen Spitze der 1. Bundesliga um die Meisterschaft mitgerungen und sind erst seit diesem Jahr in die 2. Liga abgestiegen. Dementsprechend wird es wieder spannende Kämpfe zu sehen geben, bei denen die Gäste allerdings bisher ungeschlagen als klarer Favorit ins Rennen gehen.