ASC lässt wichtige Punkte im Kampf um den Abstieg liegen

Die Ringer vom ASC ließen am Samstag wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gegen die WKG Weitenau-Wieslet liegen. Durch die denkbar knappe Niederlage mit 13:9 Punkten bildet der ASC nun das Schlusslicht in der 2. Bundesliga-Süd.

 

Mit hohen Erwartungen reisten die Bindlacher Ringer am letzten Samstag in das weitentfernte Steinen-Höllstein im südwestlichsten Eck Deutschlands nahe der Schweizer Grenze. Dort trafen sie auf die Wettkampfgemeinschaft Weitenau-Wieslet. Da auch die Gegner in den ersten beiden Kämpfen deutliche Niederlagen einstecken mussten, hoffte das Team um Trainer Fornoff auf die ersten Punkte in der laufenden Saison. Letztes Jahr konnten die Badener souverän als Zweitplatzierter punktgleich hinter dem TSV Westendorf abschließen. Allerdings haben seitdem einige Veränderungen im Kader der WKG stattgefunden, weshalb in dieser Saison eher eine Platzierung im hinteren Tabellendrittel angepeilt wird.

 

Den Anfang des Kampfabends machte der Bindlacher Janik Rausch in der Gewichtklasse bis 57 kg, wo er auf den Bulgaren Svetlin Shindov traf. Da beide Ringer den griechisch-römischen Stil bevorzugen, war dieser Freistilkampf sehr taktisch geprägt und jeder Punkt wurde hart umkämpft. Trotz eines starken Einsatzes des jungen Bindlachers siegte am Ende der erfahrene Bulgare mit 6:1 Punkten.

Anschließend musste sich Schwergewichtler Jeremiah Scott mit Andreas Greiner messen. Gleich zu Beginn konnte der Gegner Scott mit einem Durchdreher im Bodenkampf überraschen und ging mit zwei Punkten in Führung. Nachdem Greiner im weiteren Kampfgeschehen äußerst passiv gegen den marschierenden Bindlacher agierte, wurde Scott ein Punkt zugesprochen, wodurch dieser auf 2:1 verkürzte. Als der WKG`ler drauf und dran war die knappe Führung über die Zeit zu retten, bewies Scott Siegeswillen und holte sich in den letzten Sekunden des Kampfes die entscheidenden zwei Punkte zum 3:2 Punktesieg.

 

Scott hatte vor Saisonbeginn über mehrere Wochen sein Gewicht für die Kategorie bis 98 kg reduziert, da im Schwergewicht Neuzugang Coskun Efe punkten sollte. Der aus Aalen stammende Efe konnte 2008 und 2009 jeweils eine Silber- und Bronze-Medaille bei den Europa- und Weltmeisterschaften der Junioren im Halbschwergewicht erringen und war somit auch als Punktelieferant in der 2. Bundesliga eingeplant. Kurz vor dem ersten Kampf kam allerdings die schockierende Meldung über dessen Verletzung bei einem Arbeitsunfall. Dadurch musste Trainer Fornoff kurzfristig reagieren und Jeremiah zurück in das Schwergewicht stellen.

 

In der Kategorie bis 61 kg konnte Kevin Adler das Gewichtslimit an diesem Abend leider nicht erfüllen. Wegen Übergewicht gingen somit vier Punkte an die Gastgeber. Der Kampf gegen den Neuzugang aus Weitenau-Wieslet Andrej Ryl wurde trotzdem ausgetragen. Da Adler durch eine starke Leistung die Begegnung mit 3:0 für sich entscheiden konnte, waren die vier verlorenen Punkte besonders bitter für die Bindlacher.

 

 

Eigentlich plante Trainer Matthias Fornoff die Klasse bis 61 kg diese Saison mit dem vielversprechenden Neuzugang Lukas Höglmeier besetzen zu können. Höglmeier, Teil der Deutschen Nationalmannschaft im griechisch-römischen Stil und bereits mehrmals auf internationaler Bühne erfolgreich, wäre in dieser Liga kaum zu schlagen gewesen. Da sich der Sportsoldat allerdings kurz vor Saisonbeginn bei einem internationalen Turnier eine schwere Verletzung zuzog, musste er auf Anweisung der Ärzte hin den Ringsport aufgeben. Somit fiel dem ASC bereits vor dem ersten Kampf einer seiner wichtigsten Punktegaranten weg. Da der junge Verein diesen Ausfall nicht kompensieren kann, musste der eigentlich in der 66 kg – Klasse eingeplante Kevin Adler die notwendigen Kilos abkochen, um die Mannschaft zu vervollständigen.

 

Im Halbschwergewicht stand Johann Eitel dem Iraner Hojjatollah Khajevand Sarivi gegenüber. In einem ausgeglichenen Kampf mit vielen Aktionen hatte der Bindlacher immer eine Nase vorn und konnte mit schnellen Beinangriffen am Ende einen knappen Punktsieg für den ASC einfahren.

Im letzten Kampf vor der Pause sprang dieses Mal Christof Ramming in der Gewichtsklasse bis 66 kg freier Stil für den verletzten Bastian Hoffmann ein. Obwohl Ramming seinem Gegner Stefan Kilchling durchaus gewachsen war, musste er der ungeliebten Stilart Tribut zollen. Alle Angriffsversuche des Bindlachers konterte Kilchling geschickt und sicherte sich somit Punkt um Punkt. Mit einem Punktsieg von 7:2 brachte Kilchling die Gastgeber zur Pause mit 8:3 in Führung.

 

Dass in diesem Kampf der Bindlacher Freistilspezialist Bastian Hoffmann sichere vier Punkte hätte einfahren können, ist angesichts des knappen Endergebnisses von 13:9 ein harter Schlag für den ASC. Auch den Ausfall seines Publikumslieblings können die Bindlacher nicht angemessen ausgleichen. Alle Sportler, die in dieser Gewichtsklasse als Ersatz in Frage kommen sind auf den griechisch-römischen Stil spezialisiert und haben somit in dieser Top-Liga kaum Erfolgsaussichten. Allerdings hofft Trainer Fornoff auf eine rasche Genesung seines Freistil-Asses, so dass Hoffmann zur Rückrunde eventuell das ein oder andere Mal auf der Matte stehen kann.

 

Zu Beginn der zweiten Hälfte des Kampfabends war für die angereisten Bindlacher noch alles drin. Vor allem nachdem in der Gewichtsklasse bis 86 kg griechisch-römisch Roland Schwarz einen fulminanten Start hinlegte und seinen Gegner Tobias Oßwald bereits nach 45 Sekunden auf die Schultern legte.

Im anschließenden Kampf in der Klasse bis 66 kg griechisch-römisch hoffte Fornoff mit Erik Kamm weitere Punkte für die Aufholjagd einfahren zu können. Allerdings hatte Kamm von Beginn an seine Probleme mit dem kompakt stehenden Simon Dürr. Abwartend ließ der Gastgeber den Bindlacher kommen, um dann im entscheidenden Moment einen Angriff anzusetzen und zu punkten. Mehrmals konnte sich der WKG`ler so die Punkte am Mattenrand erkämpfen. Durch den deutlichen Punktesieg vergrößerten die Gastgeber ihren Vorsprung wieder auf 11:7.

In der Klasse bis 86 kg freier Stil stand der Bindlacher Neuzugang Vlad-Bogdan Boeriu dem Lokalmatador Pascal Ruh gegenüber. Beide lieferten sich ein offenes Duell mit vielen Angriffen an dessen Ende Ruh bei 13:13 Punkten aufgrund der höheren Wertung seiner Mannschaft den Sieg sichern konnte.

Vor den letzten beiden Kämpfen war klar, dass bei einem Stand von 12:7 für die Gastgeber nur zwei Siege den Bindlacher Erfolg noch retten konnten.

Den Anfang machte ASC-Punktegarant Marcel Fornoff. Der 75 kg – Mann ist zurzeit in Topform und ließ gegen den starken Kai Vögtlin nichts anbrennen. Obwohl Vögtlin selbst viele Siege in dieser Klasse feiern konnte, fand er gegen den souverän agierenden Bindlacher kein Mittel, um die deutliche 6:1 Niederlage abzuwenden. Marcel verkürzte somit vor dem letzten Kampf auf 12:9.

In der letzten Begegnung trat für den ASC David Adler in der Klasse bis 75 kg griechisch-römisch gegen Manuel Kingani an. Mit dem Wissen, dass mindestens 3 Punkte für ein Unentschieden erzielt werden mussten, gab Adler von der ersten Sekunde an Vollgas und konnte die erste Oberlage erkämpfen. Etwas zu überhastet setzte Adler einen Durchdreher an und wurde von Kingani ausgekontert. Während Adler alles daran setzte, die benötigten 3 Punkte für seine Mannschaft zu erringen konnte sein Gegner Kingani hingegen den Kampf taktisch ruhig angehen. Dies nutzte der WKG`ler zu seinem Vorteil und fing die Angriffe des Bindlachers geschickt ab. Am Ende musste sich der ASC`ler mit 4:3 Punkten geschlagen geben und Kingani sicherte den Gastgebern bei einem Endstand von 13:9 den ersten Heimsieg.

Die Enttäuschung stand ASC-Trainer Matthias Fornoff ins Gesicht geschrieben: „Wir wissen, dass dieses Jahr aufgrund der Verletzungsmisere eine große Herausforderung für die Mannschaft darstellt! Jetzt braucht es den vollen Einsatz von allen, um in dieser starken Liga trotzdem bestehen zu können. Diesen Einsatz habe ich heute Abend von meinen Jungs vermisst. Der Sieg war zum Greifen nahe!“

Mit hängenden Köpfen machte sich die Truppe auf den langen Heimweg wohlwissend, dass bereits am Sonntag um 15 Uhr das Lokalderby gegen den starken SV Johannis Nürnberg anstand. „Es ist schon eine besondere Belastung für die Sportler, gleich zweimal hintereinander antreten zu müssen. Besonders die Ringer, die für die Kämpfe extra Gewicht abkochen müssen ist es schwer, dieses nach dem ersten Kampf zu halten.“, so der ASC-Coach.

Auch der Landesliga-Staffel des ASC Bindlach stand das Glück am Samstag nicht zur Seite. Mit einem deutlichen Ergebnis von 6:32 musste die Bundesligareserve gegen den TSV Zirndorf ihre dritte Niederlage verzeichnen. Das Team um Trainer Matthias Fornoff und Patrick Adler gelang es jedoch erstmals, trotz zahlreicher Verletzungen, eine mit zehn Ringern voll besetzte Mannschaft zu stellen. Der Tabellenzweite aus Zirndorf konnte seine Favoritenrolle in dem Landesliga-Duell jedoch unter Beweis stellen und ging in sieben von zehn Kämpfen als Sieger von der Matte. Auf Bindlacher Seite konnten Nico Sendelbeck, Niklas Kamm und Kenny Peetz für den ASC punkten. Besonders erfreulich war der Kampf von Neuzugang Kenny Peetz, dem es mit einem fulminanten Schultersieg erstmals gelang vier Punkte im Bindlacher Trikot einzufahren. Michael Reichel, Tim Ramming, Paul Diettrich, Konstantin Iwastschenko, Philipp Adler, Nico Ganzleben und Jason Blakley fanden kein Mittel gegen ihre Gegner aus Zirndorf und mussten jeweils eine Niederlage verzeichnen.