ASC muss zwei deutliche Niederlagen vor heimischer Kulisse einstecken

David Adler
David Adler (rot) gegen Bernhard Mayr (blau) - 86 kg gr.-röm.

Mit gerade einmal zwei Einzelsiegen musste der ASC Bindlach am vergangenen Samstag gegen den SC Anger die Stärke und Überlegenheit der Oberbayern anerkennen. Der vom Verletzungspech gebeutelte ASC konnte der Mannschaft aus Anger nur wenig entgegenbringen, was zu einem deutlichen Endergebnis von 6:24 Punkten führte.


ASC-Trainer Matthias Fornoff meint zu dem Geschehen auf der Matte: „Anger hat verdient so klar gewonnen. Wir haben eine neue Variante der Mannschaft getestet, nachdem wir mit unserem ausgedünnten Kader nicht so viele Möglichkeiten haben und dies hat leider nicht den erwünschten Erfolg gebracht. Dieses klare Ergebnis zeigt, was die 2. Liga Süd für uns bedeutet. Das wird eine ganz harte Saison dieses Jahr.“


ASC’ler Janik Rausch hatte noch einen ganz guten Start hingelegt. In seinem Kampf gegen den starken Freistil-Spezialisten Milan Nyiri konnte er zwar nicht siegen, hielt das Ergebnis jedoch knapp, was zu zwei Mannschaftspunkten für die Gäste geführt hat.

Im zweiten Kampf des Abends stand Schwergewichtler Jeremiah Scott dem ungarischen Koloss Armin Majoros gegenüber. Der international erfahrene Majoros war Scott physisch deutlich überlegen, so dass der Bindlacher den wuchtigen Angriffen des Ungarn kaum etwas entgegensetzen konnte. Nach aktiverem Standkampf des Ringers aus Anger musste Scott in die Bodenlage, in der er normalerweise durch seine gute Defensive keine Punkte zulässt. Majoros konnte jedoch durch einen geschickten Ausheber die Abwehr des Bindlachers überwinden und ging vor der Pause mit 4 Punkten in Führung. Auch nach der Pause fand Scott keine Mittel, um den Überlegenheitssieg und die vier Punkte für Anger zu verhindern.

Weiter ging es mit der 61 kg-Klasse im griechisch-römischen Stil mit dem Bindlacher Nachwuchstalent Kevin Adler. Aufgrund des Verletzungsausfalls des Neuzugangs Lukas Höglmeier musste Adler kurzfristig vor Saisonbeginn mehrere Kilos für die Gewichtsklasse bis 61 kg abspecken, damit der ASC alle Gewichtsklassen besetzen konnte. Der extreme Gewichtsverlust des Bindlachers war im Kampf deutlich zu sehen. In der starken ersten Runde konnte Kevin seinen Gegner durch eine taktisch kluge Ringweise kontrollieren und ging vorerst in Führung. Mit der fortschreitenden Kampfdauer verließen den Bindlacher nach und nach die Kräfte, so dass sein Gegner Robert Molnar 20 Sekunden vor Abpfiff den Kampf mit 18:2 Punkten technisch überlegen (über 15 Punkte Differenz) für sich entscheiden konnte. Somit sicherten sich die Oberbayern weitere vier Punkte.

Die ersten ASC-Punkte konnte Johann Eitel mit einem Überlegenheitssieg gegen Josef Abler einfahren. Eitel ging konzentriert und zielgerichtet zu Werke und punktete den jungen Sportler aus Anger mit schönen Beinangriffen technisch überlegen aus. Vier Punkte für den ASC führten zu dem Punktestand von 4:10.

Im letzten Kampf vor der Halbzeitpause kam es dann zu einer Überraschung für die Bindlacher Zuschauer: ASC-Stammringer Erik Kamm sprang in der Gewichtsklasse bis 66 kg im freien Stil für den noch verletzten Bastian Hoffmann ein. Der Greco-Spezialist konnte in der ersten Runde noch technisch und taktisch geschickt mit dem schnellen Markos Theodoridis mithalten. Mit nachlassender Wachsamkeit und zu wenig eigenen Angriffsversuchen konnte Kamm aufgrund der mangelnden Kampfpraxis in der ungewohnten Stilart Theodoridis in der 2. Kampfrunde nicht mehr im Schach halten. Nach diesem weiteren Überlegenheitssieg gingen die Gäste aus Oberbayern zur Halbzeit mit 4:14 Punkten in Führung.

Nach der Pause trafen in der klassischen Mittelgewichtsbegegnung David Adler auf Bernard Mayr. Adler, aus der 2. Mannschaft aufgerückt um den angeschlagenen Niklas Kamm zu ersetzen, lieferte sich mit Mayr durch seine beherzte Ringweise ein Duell auf Augenhöhe. In der zweiten Runde brachte Mayr durch einen geschickten Angriff Adler in die Bodenlage und überraschte ihn kurz darauf mit einem blitzschnellen Ausheber. Adler kämpfte bis zum Schluss gegen seinen starken Kontrahenten, konnte aber letztendlich die 8:0 Niederlage nach 6 Minuten Kampfzeit nicht mehr verhindern.

Direkt darauf kam in der zweiten Leichtgewichtsbegegnung der dritte Adler-Bruder auf die Matte. Nachdem Philipp Adler letztes Jahr noch in der Klasse bis 96 kg antrat, ist es nahezu unglaublich dass er diese Saison die 66 kg Marke unterschreiten konnte. In seinem Kampf gegen Christoph Scherr begegneten sich die beiden Athleten zunächst auf Augenhöhe, bevor Adler den erfahrenen Angerer mit einem blitzschnellen Armzug überraschen konnte und mit 4:0-in Führung ging. Scherr, der sich nach dem schnellen Rückstand wieder fangen konnte, ließ nicht locker und zermürbte den jungen Bindlacher im weiteren Kampfverlauf. Immer wieder konnte der mit harten Bandagen kämpfende Oberbayer mittels Kopfklammer und Durchdrehern punkten. Trotz mehrerer Beschwerden durch Trainer Fornoff wegen Drosselns ließ der Kampfrichter diese grenzwertigen Aktionen zu. Nach Ablauf der sechs Minuten Kampfzeit lautete der Punktestand 4:12 und weitere drei Mannschaftspunkte gingen an die Oberbayern.

Mit dem Bindlacher Neuzugang Vlad-Bogdan Boeriu als Freistil-Mittelgewichtskämpfer bis 86 kg, erhoffte sich die Bindlacher Truppe ein paar Punkte verbuchen zu können. Boeriu musste sich mit dem erfahrenen Ungarn Sandor Tözser messen. Dieser ringt seit mehreren Jahren in der Bundesliga und konnte 2009 noch beim ASV Hof sogar in der 1. Bundesliga eine Saison ohne eine einzige Niederlage abschließen. Dementsprechend hatte der Bindlacher Debütant aus Rumänien einen schweren Einstand vor der neuen Kulisse. Mit dem ruhigen, taktisch klugen und technisch sauber agierenden Tözser hatte Boeriu von Beginn an Probleme. Unbeeindruckt von den Konterversuchen des Bindlachers sicherte sich der Ungar mit gezielten Angriffen Punkt um Punkt und konnte nach der Kampfzeit einen ungefährdeten 2:8 Sieg einfahren. Somit wanderten weitere zwei Punkte auf das Gäste-Konto.

Mit Marcel Fornoff im Freistil bis 75 kg hat der ASC einen seiner zuverlässigsten Punktegaranten. Gegen den passiv agierenden Josef Hinterreiter holte sich Fornoff mit technisch sauberen Beinangriffen souverän einen 7:0 Punktesieg. Nachdem der ASC zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich im Rückstand lag, brachten die 2 Mannschaftspunkte des Bindlachers wenigstens ein wenig Trost für die zahlreichen Zuschauer des Abends.

In der letzten Begegnung des Kampfabends gab Sebastian Höglmeier vor heimischen Publikum sein Debüt im Bindlacher Trikot. Mit Attila Drechsler konnte Anger jedoch einen altbekannten Gegner auf die Matte schicken, der für seine enorme physische Fitness bekannt ist. Seit Jahren geht der Ungar für Anger auf die Matte und noch kein Bindlacher konnte ihn bis jetzt bezwingen. Höglmeier ging beherzt in die Begegnung und schaffte es in der ersten Kampfhälfte den Ungarn mit verschiedenen Fassarten im Standkampf zu kontrollieren. Nach ungefähr 2 Minuten durfte Höglmeier zuerst die Oberlage wählen, fand aber im Bodenkampf kein Mittel gegen die Abwehr seines Gegners. Der kraftraubende Kampfstil des Ungarn machte sich bei dem Bindlacher im weiteren Kampfverlauf zunehmend bemerkbar, so dass sich Drechsler in der zweiten Kampfhälfte die Oberhand erkämpfte. Letztendlich musste sich Höglmeier mit 0:7 Punkten dem starken Ungarn geschlagen geben.


Trotz dem deutlichen Endergebnis von 6:24 konnten die Bindlacher Zuschauer 10 spannende Kämpfe verfolgen und unterstützten ihre Mannschaft lautstark. Der Sieg ging verdient in dieser Deutlichkeit nach Anger, was die Stärke der Süd-Liga nur unterstreicht. Die „jungen Wilden“ aus Oberfranken werden es in diesem Jahr ganz besonders schwer haben!

 

Auch in der zweiten Riege sah es nicht gut aus: Mit 10:26 musste die zweite Mannschaft gegen den SC Oberölsbach die zweite Niederlage wegstecken. Das erste Ziel des Trainer-Teams Matthias Fornoff und Helen Grüninger ist wenigstens gelungen – eine nahezu voll besetzte Mannschaft konnte auf die Matte geschickt werden. Nachdem jedoch auch noch die Adler-Brüder David und Philipp in die erste Mannschaft aufgerückt sind, fehlten dem Team wichtige Punktelieferanten. Die Sieger auf Bindlacher Seite waren Christof Ramming, Nico Sendelbeck und Roland Schwarz. Michael Reichel, Paul Diettrich, Sergej Lugovoy, Kenny Peetz, Oleg Strunz und Jason Blakley mussten sich ihren Gegnern geschlagen geben.