ASC verliert gegen die favorisierten Westendorfer

TSV Westendorf – ASC Bindlach

20:11

2. Bundesliga Süd

RSC Rehau – ASC Bindlach II 40:0 (20:17)

Landesliga Nord

Im Auftaktkampf der neuen Saison musste sich der ASC Bindlach mit 20:17 Mannschaftspunkten dem favorisierten TSV Westendorf geschlagen geben. Die Fans der Westendorfer feuerten ihre Kämpfer mächtig an und verwandelten die Halle geradezu in einen Hexenkessel. Getragen von dieser Euphorie konnte die heimische Mannschaft trotz geschwächter Aufstellung ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

ASC-Trainer Matthias Fornoff resümiert nach dem Kampf: „Ich bin ein bisschen enttäuscht: Nach der Waage wusste ich, dass wir die Westendorfer eigentlich schlagen können und war fest von einem Sieg überzeugt! Aber die Jungs haben keine Team-Leistung gezeigt. Die haben sich von der Stimmung, von den Fans, von dem letztjährigen Meistertitel zu sehr beeindrucken lassen und nicht zur eigenen Linie gefunden! Den Kampf müssen wir jetzt abhaken, denn nächste Woche gegen Anger muss einiges bei uns in der Mannschaft besser laufen!“

Auch der Präsident des ASC Bindlach, Detlef Ramming, sieht den Kampf ähnlich: „Ich, als Präsident des ASC, bin stolz auf die Mannschaft und die Leistungen, die die Jungs ja teilweise schon vor der Waage erbringen! Auch die Kämpfe haben mir im Großen und Ganzen gut gefallen, aber ein paar Pünktchen wären wohl schon noch drin gewesen! Nächste Woche zu Hause in Bindlach baue ich auf unsere Fans! Wir hoffen auf eine volle Halle und eine tolle Stimmung, die unser Team gegen Anger zum Sieg tragen soll!“

Janik Rausch hat mit seinem Kampf gegen den TSV’ler und gebürtigen Finnen Fatos Durmishi die neue Saison eröffnet. Der ASC’ler konnte den amtierenden finnischen Männermeister mit seinem gefürchteten Kopfzug überraschen und zunächst mit vier Punkten in Führung gehen. Leider gelang es dem ASC’ler nicht seinen Gegner festzumachen, als dieser bereits in der gefährlichen Lage war und damit den Kampf frühzeitig zu beenden. Durmishi, gewarnt vor der Stärke des Bindlachers, besann sich auf sein Freistilkönnen und machte über schnelle Beinangriffe Punkt um Punkt wett. Zum Ende der regulären 6 Minuten Kampfzeit stand es 19:9 und es gingen 3:0-Mannschaftspunkte auf das Konto der Gastgeber. Dennoch bescheinigte Fornoff seinem Schützling „einen wirklich tollen Kampf“ und hebt ihn „als den besten Bindlacher des Abends“ besonders hervor.

Im Schwergewicht stellten die Westendorfer mit Max Vater nicht den stärksten Mann. ASC-Stammringer Jeremiah Scott konnte gegen den deutlich leichteren TSV’ler souverän Punkt um Punkt erzielen, holte jedoch nur 3 Bindlacher Mannschaftspunkte, nachdem Trainer Fornoff für einen Gesamtsieg die maximalen vier Punkte gefordert hatte.

Im Bantamgewicht (bis 61 kg) zeigte Kevin Adler bereits vor der Waage beim Gewichtmachen eine starke Leistung. Nachdem Lukas Höglmeier für den ASC komplett ausfällt, musste der junge Sportler innerhalb kurzer Zeit einige Kilos „abkochen“ um das Gewichtslimit zu erfüllen. In seinem Kampf gegen den TSV’ler Christopher Kraemer, der bereits international auf Europa- und Weltmeisterschaften gerungen hat und 2012 sogar die Bronzemedaille erringen konnte, zahlte Adler zunächst dem Abkochen Tribut und wurde vom Kampfrichter wegen Passivität mehrfach ermahnt. Im Boden zeigte Kraemer sein ganzes Können und ging in Führung. Letztlich musste Adler die technische Überlegenheit Kraemers anerkennen und 4:0 Mannschaftspunkte gingen an den TSV.

ASC’ler Johann Eitel konnte durch technische Überlegenheit gegen Frederik Wunderlich noch in der ersten Kampfrunde 4 Mannschaftspunkte für den ASC verbuchen.

Der Ausgleich zu 7:7 ließ die Halle vor Spannung kochen, als im letzten Kampf vor der Halbzeit im Leichtgewicht A ASC’ler Christof Ramming auf den starken Bulgaren Shenol Ahmed traf. Der Freistilspezialist der Westendorfer ließ Ramming schlecht aussehen. Trotz Kampfeswillen und Biss, konnte der eigentliche Greco-Mann der Bindlacher, gegen Ahmed nur wenig ausrichten und der Kampf wurde noch vor Ablauf der ersten Kampfrunde wegen technischer Überlegenheit des TSV’lers abgebrochen.

Nach der Halbzeit bei einem Stand von 11:7, lag es an ASC-Eigengewächs Niklas Kamm das Ruder wieder rumzureißen. Der Bindlacher hatte jedoch offensichtlich einen rabenschwarzen Tag: gegen Michael Heiß, den er in früheren Begegnungen bereits mehrfach ausgepunktet hatte, hatte Kamm an diesem Tag nur wenig Mittel. Eine 9:2-Niederlage bescherte den Gastgebern weitere zwei Mannschaftspunkte.

Auch sein Bruder Erik Kamm konnte im Leichtgewicht B im klassischen Stil gegen Maximilian Gossner nicht glänzen. In dem von Taktik geprägten Kampf, zeigte Kamm zu wenig Aktionen und Griffansätze. Nach Passivitätsverwarnungen musste Kamm in die Bodenlage, die Goßner zur Führung nutzen konnte. Mit 1:0-Mannschaftspunkten ging auch diese Begegnung an die Gastgeber.

ASC-Neuzugang Vlad-Bogdan Boeriu hatte mit Steve Masuch im Mittelgewicht A zwar keinen leichten Gegner, aber einen durchaus machbaren. In dem punktereichen Duell, das von schönen Aktionen auf beiden Seiten dominiert wurde, konnte Masuch am Ende mit 18:15 Punkten knapp den Sieg holen. Boeriu scheint noch nicht an seinem Leistungshöhepunkt angekommen sein und muss sich in den nächsten Kämpfen noch deutlich steigern um der Mannschaft dienlich zu sein. Insgesamt hatte sich hier Trainer Fornoff mehr erhofft.

Bei einem Stand von 16:7 war der Kampfabend bereits vor den letzten beiden Begegnungen im Weltergewicht entschieden. Als amtierender Deutscher Meister im freien Stil unterstrich Marcel Fornoff seine Stärke im Kampf gegen Matthias Einsle. Souverän und zielgerichtet ging Fornoff zu Werke und sammelte ruhig Punkt um Punkt zum Überlegenheitssieg. Die vier Mannschaftspunkte waren jedoch nur noch Schönheitskosmetik am Endergebnis auf der ASC-Seite.

Im letzten Duell des Abends musste sich Sebastian Höglmeier mit dem TSV’ler Phillip Heiß messen. Der Trainer und Punktelieferant der Westendorfer war an diesem Abend in überragender Form und ließ gegen den Bindlacher nichts anbrennen. Bei einem Punktestand von 11:0 hob Heiß den überforderten Höglmeier aus und konnte mit der letzten Aktion vor der Halbzeitpause noch einen Schultersieg erzwingen. Die Niederlage führte zu dem endgültigen Punktestand von 20:11

Jetzt lautet das Motto zunächst „Abhaken und wieder neu anfangen“. Gegen den altbekannten SC Anger am kommenden Kampftag in der heimischen Bärenhalle will der ASC Bindlach sich mit frischen Elan präsentieren und spannenden Ringkampf bieten.

 

In der Landesliga Nord scheiterte die 2. Mannschaft des ASC Bindlach bereits an der Waage. Nachdem die Gewichtsklassen bis 61 und bis 130 Kilogramm nach Verletzungspech in beiden Bindlacher Mannschaften nicht besetzt werden konnten, lautete das offizielle Kampfergebnis bereits 40:0 für den Gegner RSC Rehau. Tatsächlich präsentierte sich die Bundesliga-Reserve rund um Trainerin Helen Grüninger auf der Matte jedoch äußerst positiv. Von den sieben ausgetragenen Kämpfen konnte der ASC ganze fünf Kämpfe für sich entscheiden. Mit Sergej Lugovoy, Philipp Adler, David Adler, Nico Sendelbeck und Patrick Adler als souveräne Sieger auf der Matte, wäre das tatsächliche Ergebnis auf der Matte trotz 12 „verschenkten“ Punkten nur sehr knapp mit 20:17 Punkten an die Rehauer gegangen. In den nächsten Kampftagen wird die größte Hürde für das Trainerteam Fornoff und Grüninger zunächst das Aufbringen zweier vollständig aufgestellter Mannschaften darstellen. Bereits in der nächsten Woche gegen den starken SC Oberölsbach soll das Team in der Landesliga bereits wieder besser stehen.